Tagung

Münster, 15.11.2012 – 16.11.2012

Konstruktionen im Spannungsfeld von sequenziellen Mustern, Gattungen und Textsorten

In den letzten zehn Jahren hat sich die u.a. von Fillmore, Kay und Lakoff entwickelte Konstruktionsgrammatik (construction grammar) in vielen Teilbereichen der Sprachwissenschaften als ein vielversprechender grammatiktheoretischer Rahmen etabliert. Aufgrund ihrer Orientierung am Konzept der Zeichenhaftigkeit grammatischer Einheiten hat sie sich gerade für empirisch orientierte linguistische Untersuchungsbereiche als fruchtbar erwiesen: Wenn, wie Goldberg (1995: 68) betont, „facts about the use of entire constructions, including facts about registers, restricted dialect variation, etc. are stated as part of the construction”, dann können Untersuchungen zu Konstruktionen nicht von den Formen und Funktionen alltäglichen Sprachgebrauchs absehen, sondern müssen aus dem konkreten und kontextgebundenen Sprachgebrauch heraus entwickelt werden.

Die Konstruktionsgrammatik teilt die sprachgebrauchsbasierte („usage-based“) Annahme verfestigter, zeichenhaft organisierter Muster, die sich im konkreten Sprachgebrauch als rekurrente Lösungen für bestimmte kommunikative Problem- und Aufgabenbereiche herausgebildet haben, u.a. mit dem wissenssoziologischen Gattungskonzept (u.a. Luckmann 1986), dem pragmalinguistischen Textsortenkonzept (u.a. Sandig 1997) und dem Konzept sequenzieller Musterhaftigkeit im Sinne Linells (2009). Daher soll im Rahmen der Tagung der Frage nachgegangen werden, ob und in welcher Form sich komplexe Textabschnitte und sequenzielle Muster bis hin zu vollständigen Textsorten oder kommunikativen Gattungen als Konstruktionen analysieren lassen, wie dies zum Beispiel in Östman (2005) und Günthner (2006) diskutiert wird. Die Tagung möchte in dieser Form die Möglichkeit bieten, die unterschiedlichen Argumente und Positionen, die in der bisher meist einzelfallbezogen geführten Diskussion über die Ausweitung des Konstruktionsbegriffs auf komplexe Einheiten angeführt und vertreten wurden, aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.

Koordination
Susanne Günthner
Jörg Bücker
Wolfgang Imo

Westfälische Wilhelms-Universität
Germanistisches Institut
Hindenburgplatz 34
48143 Münster

Tel.: +49 251 83 24635

Die Tagung wird gefördert durch:

  • Fachbereichsfonds des Fachbereichs 09: Philologie der WWU Münster
  • Germanistisches Institut der WWU Münster
  • Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (zur Verfügung gestellt für das von Prof. Dr. Susanne Günthner geleitete Projekt „Grammatik und Dialogizität: Retraktive und projektive Konstruktionen im interaktionalen Gebrauch“)

Teilnahme
Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich zu den Vorträgen eingeladen (Anmeldung unter bueckerj@uni-muenster.de).

Programm
Die genauen Termine sowie Themen und Referentinnen bzw. Referenten können Sie dem » Programm entnehmen.